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    Privates Versicherungsgewerbe

    Privates Versicherungsgewerbe

    29.05.2017

    ver.di ruft Versicherungsbeschäftigte in Göttingen zu Arbeitskampfmaßnahmen auf

     Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft Beschäftigte des privaten Versicherungsgewerbes zu Arbeitskampfmaßnahmen vor der dritten Verhandlungsrunde auf. 

    Nachdem es zu ersten Arbeitsniederlegungen am Dienstag, dem 23. Mai 2017, in Baden-Württemberg und Hessen kam, wird in Niedersachsen am 30. Mai in Hannover eine zentrale Streikkundgebung in der Stadtmitte folgen. Dort werden insgesamt mehrere hundert Streikende aus Niedersachsen und Bremen erwartet. 

    Aus Göttingen werden sich Beschäftigte der Gothaer Versicherungen und der VGH-Regionaldirektion beteiligen und mit dem Zug nach Hannover starten. 

    Hintergrund ist das schlechte Angebot, das die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde vorgelegt haben. 

    "Das Gehaltsangebot der Arbeitgeber würde angesichts der aktuellen Inflationsrate zu Reallohnverlusten bei den Beschäftigten führen und ist daher unannehmbar", betont Lothar Richter, Gewerkschaftssekretär der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aus Göttingen. 

    Das Angebot und die Forderung von ver.di lägen so weit auseinander, dass die Arbeitgeber anscheinend nur durch Arbeitskampfmaßnahmen zu einem verbesserten Angebot für eine angemessene Gehaltserhöhung zu bringen seien. Damit sei der Streik provoziert worden. 

    Die Arbeitgeber haben bei einer Laufzeit von 36 Monaten nach sieben "Null-Monaten" Gehaltssteigerungen in drei Schritten jeweils zum 1. November in 20 Höhe von 1,1 Prozent im November 2017, weitere 1 Prozent im November 2018 sowie weitere 0,9 Prozent im November 2019 angeboten. 

    Die Folge dieses respektlosen und wenig wertschätzenden Angebots wären Gehaltseinbußen für Beschäftigte, die eine immer stressigere Arbeit schultern würden. "Wir erwarten von den Arbeitgebern, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde am 2. Juni ein verhandlungsfähiges Gehaltsangebot vorlegen ", so Lothar Richter. 

    ver.di fordert für die rund 170.000 Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe eine Erhöhung der Einkommen einschließlich aller Zulagen um 4,5 Prozent und 50 Euro mehr für die Auszubildenden in jedem Ausbildungsjahr. 

    Außerdem hat ver.di einen „Zukunftstarifvertrag Digitalisierung“ erarbeitet und in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern eingebracht. Die Versicherungsbranche stehe vor einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der Arbeitsplätze gefährde und Arbeitsbedingungen grundlegend verändere. „Wir erwarten deshalb, dass die Arbeitgeber mit uns gemeinsam die zentralen Zukunftsfragen der Branche tarifvertraglich gestalten“, so der Gewerkschafter. 

    Die dritte Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband für das Versicherungsgewerbe findet am Freitag, dem 2. Juni in Hamburg statt.

     

    Pressekontakt

    Lothar Richter
    ver.di - Bezirk Region-Süd-Ost-Niedersachsen
    Groner-Tor-Str. 32, 37073 Göttingen
    Tel.: 05 51 / 5 48 50-18 │ 01 75-1 86 72 41
    E-Mail: lothar.richter@verdi.de