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    Jungfer Druck Herzberg

    Jungfer Druck Herzberg

    23.05.2017

    Jungfer Druck Herzberg wollte Betriebsratsvorsitzende entlassen – vor Arbeitsgericht gescheitert!

    Die Herzberger Firma Jungfer Druckerei und Verlag GmbH wollte seine Betriebsratsvorsitzende Adelheid Schmidt fristlos entlassen. Sie soll ein Mitglied der Jugendauszubildendenvertretung (JAV) zur heimlichen Aufnahme eines Gespräches angestiftet haben. Und sie soll das Gespräch angehört haben.

    Der Betriebsrat hat der Entlassung seiner Vorsitzenden natürlich nicht zugestimmt, so dass die Fa. Jungfer sich die fehlende Zustimmung des Betriebsrates durch das Arbeitsgericht ersetzen lassen wollte.

    Mit diesem Versuch ist der Arbeitgeber im Beschlussverfahren am Monat dem 22.05. vor dem Arbeitsgericht Göttingen grandios gescheitert: Der Antrag des Arbeitgebers wurde zurückgewiesen, informiert die Gewerkschaft ver.di, die auch für die juristische Unterstützung durch einen Fachanwalt sorgte.

    Für ver.di sei der Versuch, eine gewählte Vorsitzende durch eine fristlose Kündigung loszuwerden ein besorgniserregender Vorgang, bewertet ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller das Verfahren. So etwas komme zum Glück sehr selten vor und werde vor Gericht meist zurückgewiesen: „Die betriebliche Mitbestimmung ist ein hohes Gut und wird ausdrücklich durch das Betriebsverfassungsgesetz geschützt“, betont Wertmüller. Da bräuchte es schon sehr schwere Vorwürfe und triftige Beweise um gegen eine Betriebsratsvorsitzende vorzugehen.

    Wertmüller fordert die Geschäftsführung von Jungfer Druck auf, sich wieder auf dem Boden der Tatsachen zu begeben und eine Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat zu praktizieren, wie es das Gesetz vorschreibt: Arbeitgeber und Betriebsrat arbeiten unter Beachtung der geltenden Tarifverträge vertrauensvoll und im Zusammenwirken mit den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammen. (BetrVG § 2).

    „Entlassungen von Betriebsratsvorsitzenden zählen nicht zur vertrauensvollen Zusammenarbeit“, so ver.di-Geschäftsführer Wertmüller. ver.di schütze die Mitbestimmung und werde den Betriebsrat von Jungfer Druck in seiner guten Arbeit für die Kolleginnen und Kollegen dort auch zukünftig unterstützen.

    Pressekontakt

    Sebastian Wertmüller
    ver.di - Bezirk Region-Süd-Ost-Niedersachsen
    Wilhelmstr. 5, 38100 Braunschweig
    Tel.: 05 31 / 2 44 08-11 │ 01 71-5 61 50 26
    E-Mail: sebastian.wertmueller@verdi.de