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    In deutschen Krankenhäusern fehlen 162.000 Stellen

    Nach Erhebungen der Gewerkschaft ver.di fehlen in deutschen Krankenhäusern bundesweit insgesamt 162.000 Vollzeitstellen, um eine gute Versorgung der Patienten und gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sicherzustellen. Das hat die Hochrechnung einer Stichprobe unter bundesweit 200 Krankenhäusern ergeben, die ver.di am 19. Februar 2013 erhoben hat.

    Bei der Befragung zeigt sich, dass der Personalmangel in der Pflege am Bett am meisten drückt. Wer schon einmal als Patient/in oder Angehörige/r von Patienten im Krankenhaus erlebt hat, wie gehetzt das Personal arbeiten muss, sieht die Folgen.

    Die in der Erhebung vom Februar 2013 ermittelten 70.000 fehlenden Stellen allein in der Pflege überraschen nicht. In der Zeit des schärfsten Personalabbaus zwischen 1997 und 2007 wurden 50.000 Stellen allein in der Pflege abgebaut – und das bei steigenden Patientenzahlen.

    Für Patientinnen und Patienten hat die Personalknappheit Folgen. Alarmierende Befunde für Intensivstationen förderte das Pflegebarometer 2012 ans Tageslicht. Von den Fachkräften auf Intensivstationen gaben nur 55,3 % an, dass notwendige Körperpflege immer durchgeführt werden konnte. 65,8 % gaben Mängel bei der Sicherstellung der Nahrungsaufnahme an.

    Seit der Abschaffung der gesetzliche Regelungen über die Personalbemessung und die Anzahl der benötigten Fachkräfte in der Pflege 1996 fielen die Beschäftigtenzahlen in den Krankenhäusern um 7 % während die Zahl der im Krankenhaus behandelten Patientinnen um 15 % angestiegen ist.

    Fresenius übernimmt Rhön

    Übernahmen und Privatisierungen führen zu Wettbewerbsverzerrungen, unter anderem weil die Konzerne ihre Größenvorteile bei Verhandlungen mit den Krankenkassen und bei der Patientenlenkung ausspielen könnten.

    Der Druck auf die Beschäftigten der 43 Rhön-Krankenhäusern wird durch die Fusion zunehmen. Der Kaufpreis von mehr als drei Milliarden Euro muss erwirtschaftet werden. „Das bedeutet höhere Arbeitsverdichtung und mehr Druck auf die Löhne“, sagte Sylvia Bühler, das für Gesundheitspolitik zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied. „Das Klinik-Monopoly bedroht die Interessen von Patienten und Beschäftigten.“ Die eigentlichen Verlierer sind die Beschäftigten – und die Beitragszahler der Krankenkassen.

    In den privatisierten Krankenhäusern im ver.di-Bezirk kann man die Folgen sehen: Arbeitsverdichtung, Outsourcing, Stellenabbau und nachlassende Pflegequalität.

    ver.di organisiert den Protest dagegen – vor Ort, landes- und bundesweit.