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    Helios Konzerntarifverhandlungen

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    Helios Konzerntarifverhandlungen

    Applaus war gestern, heute tritt Helios seine Beschäftigten mit Füßen - Es brodelt in den Kliniken - Aktive Mittagspause in Helmstedt am 30. März 26.03.2021
    junger Mann mit Warnweste und Fahne Renate Koßmann Helios Konzerntarifverhandlungen

     
    Es brodelt in den Helios Kliniken. Mitten in der Pandemie verweigert der hoch profitable Krankenhauskonzern seinen Beschäftigten eine angemessene Tarifsteigerung. Dagegen macht die Gewerkschaft ver.di bundesweit am kommenden Dienstag mobil. In der Helmstedter Helios Klinik findet um 12:45 Uhr vor dem Haupteingang eine aktive Mittagspause statt.

    verdi-Sprecher Jens Havemann: „Während alle Welt darüber redet, wie wichtig die Pflegekräfte sind, tritt Helios seine Beschäftigten mit Füßen.“

    Der Konzern hat bisher nur geringste Erhöhungen angeboten und zudem die tarifvertragliche Pflegezulage gekündigt, die für vollzeitbeschäftigte Pflegekräfte ein monatliches Plus von 300 € bedeutet. Durch die Kündigung können ab Januar 2022 diese Zulagen bei Neueinstellungen, aber auch bei Vertragsänderungen den bereits Beschäftigten vorenthalten werden.

    Havemann: „Pflegekräfte werden dringend gebraucht. Helios aber droht den Menschen mit Gehaltskürzungen, die sich vor Ort aufopferungsvoll und bis zur Erschöpfung um die Kranken kümmern. Und das während der Konzern kräftige Gewinne macht und die Aktionäre bedient werden? Ein fatales Signal. Das zeigt deutlich: Helios hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“

    Bundesweit verhandelt ver.di für rund 21.000 nicht-ärztliche Beschäftigte in 34 Helios-Kliniken über die Verbesserung des Konzerntarifvertrags. Dieser gilt auch am Standort Helmstedt.

    „Helios will uns nach fünf Monaten ohne jegliche Lohnerhöhung mit nur einem Prozent mehr Geld ab Juni abspeisen – das bedeutet nichts anderes als Reallohnverlust“, bringt Beatrice Jungenitz, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Helmstedt das Arbeitgeberangebot auf den Punkt. „Angesichts der hoch qualifizierten Arbeit und der enormen Belastungen im Krankenhaus ist das völlig unverständlich. Wertschätzung sieht anders aus.“

    Wütend sind die Beschäftigten in der Klinik auch über den Plan der Helios-Spitze, die Pflegezulage für etliche Pflegepersonen zu halbieren. So will Helios die Zulage für Pflegekräfte in den Funktionsdiensten – also in OP, Anästhesie, Ambulanz, Bluttransfusionsdienst, Funktionsdiagnostik und Endoskopie – reduzieren und diese im Gegenzug auf Operations- und Anästhesie-Technische Assistenten (OTA/ATA) ausweiten.

    Havemann: „Das Helios-Management versucht, die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen. Sie sollen die Gehaltserhöhungen untereinander finanzieren? Was soll das denn? Wir brauchen schnell klare und deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten in den Kliniken – sonst hängen noch viel mehr ihren Beruf an den Nagel.“

    Der zum Fresenius-Konzern gehörende Klinikbetreiber Helios könne sich Verbesserungen für seine Beschäftigten durchaus leisten, betont Havemann.

    „2020 hat Helios insgesamt einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von über 600 Millionen Euro eingefahren und das nicht zuletzt mit unser aller Versichertenbeiträgen aus den gesetzlichen Krankenkassen. Auch für 2021 erwartet das Unternehmen eine positive Entwicklung. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass Helios seinen Beschäftigten eine angemessene Lohnerhöhung verweigert.“

    Der Gewerkschafter verweist darauf, dass zugleich der Mutterkonzern Fresenius seine Dividendenausschüttung zum 28. Mal in Folge erhöhen will.

    „Die Beschäftigten der Helios-Kliniken haben einen Großteil dieses Geldes erwirtschaftet. Sie und ebenso die Patienten haben ein Recht darauf, dass es nicht nur Aktionären zugutekommt, sondern für bessere Arbeitsbedingungen und eine gute Versorgung investiert wird.“

    Pressekontakt

    Jens Havemann
    ver.di - Bezirk Region-Süd-Ost-Niedersachsen
    Wilhelmstr. 5, 38100 Braunschweig
    Tel.: 05 31 / 2 44 08-18 │ 01 70-3 38 50 09
    E-Mail: jens.havemann@verdi.de