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    Proteste gegen Befristungswahnsinn an niedersächsischen Universitäten

    Universitäten Niedersachsen

    Proteste gegen Befristungswahnsinn an niedersächsischen Universitäten

    12.11.2019
    Proteste gegen Befristungswahnsinn an niedersächsischen Universitäten kpw-photo Proteste gegen Befristungswahnsinn an niedersächsischen Universitäten

    Zusätzliche Mittel des Zukunftsvertrages müssen für unbefristete Stellen an Hochschulen eingesetzt werden

    In Göttingen haben sich heute Angestellte, Studierende und Lehrbeauftragte der Initiative „Uni Göttingen unbefristet“ zu Protest in der Mittagszeit versammelt. Die Protestierenden kamen an der Universität Göttingen unter dem Motto „ich bin dann mal weg“ zu einer Aktion in der Mittagszeit auf dem Zentralcampus zusammen. Sie wollten damit verdeutlichen, dass sie stets auf gepackten Sachen sitzen – langfristige Perspektiven seien somit unmöglich.

    Sie machten damit ihrem Unmut darüber Luft, dass ca. 90% der Stellen im wissenschaftlichen Bereich und etwa ein Viertel aller Stellen im wissenschaftsunterstützenden Bereich (Verwaltung, Technik, Koordination) befristet sind, z.T. mit Verträgen, die weniger als ein Jahr Laufzeit haben.

    Proteste gegen Befristungswahnsinn an niedersächsischen Universitäten kpw-photo Proteste gegen Befristungswahnsinn an niedersächsischen Universitäten

    Mit ihren Aktionen wollen die Beschäftigten deutlich machen, dass für Daueraufgaben auch Dauerstellen an der Universität geschaffen werden müssen.

    Am heutigen Montag tagt auch die Landeshochschulkonferenz Niedersachsen (LHK), der Zusammenschluss der nds. Hochschulen und Universitäten, angeführt von ihren Präsident*innen.

    „Die Hochschulkanzler*innen haben zuletzt in ihrer ‚Bayreuther Erklärung‘ deutlich gemacht, dass sie am System der Befristungen festhalten wollen und diese immens hohe Quote von prekären Beschäftigungsverhältnissen an bundesdeutschen Hoch-schulen auch für notwendig und sinnvoll halten. Wir sagen hingegen, dass gute Wissenschaft und Lehre nur mit guten Arbeitsverhältnissen geht, dazu gehört auch eine gesicherte plan-bare Perspektive, entfristete Stellen und ausreichend Mitteln für die Hochschulen“, so Dr. Frank Ahrens von der Gewerkschaft ver.di.

    ver.di appelliert an die Präsidien der niedersächsischen Hoch-schulen und die Verantwortlichen in der Landespolitik sich für die Interessen der befristet Beschäftigten einzusetzen und für die Aufgaben in Wissenschaft und Lehre gute und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

    „Die Präsident*innen der niedersächsischen Hochschulen haben heute die Möglichkeit sich von der ‚Bayreuther Erklärung‘ zu distanzieren“, so Ahrens.

    Zum Hintergrund:

    Nachdem sich in diesem Jahr die Bundesländer mit dem Bund auf eine Verstetigung von zusätzlichen Mitteln für die Hoch-schulen geeinigt hatten, müssen die Länder ihre Planung für die Verwendung der insgesamt 3,76 Mio. € dem Bund gegen-über bis Mitte Januar mitteilen. Derzeit wird auf Ministeriums-ebene zwischen dem Land Niedersachsen und dem BMBF über die konkrete Umsetzung der Mittelverteilung verhandelt.

    Die LHK hat sich zuletzt dafür ausgesprochen, dass die für Niedersachsen zur Verfügung stehenden Mittel an alle Hochschul-arten (Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen, Musik-und Kunsthochschulen, Medizinische Hochschulen) verteilt werden. Einschränkungen nur für bestimmte Hochschulen lehnen die Präsidien ab.

    ver.di plädiert ausdrücklich dafür die Mittel in die Schaffung un-befristeter Arbeitsverhältnisse an den Hochschulen zu geben.

    Die Aktion in Göttingen ist außerdem eingebettet in die das Aktionsbündnis von ver.di, der GEW und dem Mittelbaunetzwerk „Gute Arbeit in der Wissenschaft“ (NGAWiss) im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Frist ist Frust“.

    www.Frististfrust.net
    www.Uni-goettingen-unbefristet.de

    Pressekontakt

    Sebastian Wertmüller
    ver.di-Bezirk Region-Süd-Ost-Niedersachsen
    Wilhelmstr. 5, 38100 Braunschweig
    Tel.: 05 31 / 2 44 08-11 │ 01 71-5 61 50 26
    E-Mail: sebastian.wertmueller@verdi.de